Medizin und Wissenschaft

Lübeck: Pankreaskopf minimal-invasiv entfernt

Erstmals in Norddeutschland haben Mediziner des UKSH bei einem Patienten den Pankreaskopf auf minimal-invasivem Weg entfernt. Prof. Tobias Keck, neuer Direktor der Klinik für Chirurgie am Campus Lübeck und Spezialist für die Pankreaschirurgie, hatte diese Operation zuvor schon mehr als 50 Mal erfolgreich durchgeführt. Erfahrungen in der Bauchspeicheldrüsenchirurgie sammelte er laut Mitteilung des UKSH bei mehr als 300 offenen Pankreasresektionen. Mit seinem Know-How soll in Lübeck ein Zentrum für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen etabliert werden.

Forschungsprojekt zur Behandlung von Prostatakrebs angelaufen

In Berlin ist am 22. Januar 2013 der Startschuss für das größte deutsche urologische Forschungsprojekt der letzten 50 Jahre gefallen. Rund 25 Millionen Euro investieren die gesetzlichen und privaten Krankenkassen sowie die Deutsche Krebshilfe bis 20130 in die Langzeit-Studie PREFERE. Die "präferenzbasierte randomisierte Studie zur Evaluation der Behandlungsmodalitäten bei Prostatakarzinom" vergleicht erstmals die gängigen Behandlungsformen bei Prostatakrebs im Frühstadium.

Handchirurgen tagen in Lübeck

Vom 11. bis 13. Oktober findet in Lübeck der 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) statt. Ausrichter ist die Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, unter Leitung von Prof. Peter Mailänder.
Knapp 500 Spezialisten für Erkrankungen und Verletzungen der Hand aus dem In- und Ausland erwartet ein breit gefächertes Tagungsprogramm mit Vorträgen und Workshops zu Innovation der  Handchirurgie sowie zur Klinischen Forschung  auf diesem Feld. Es geht bei den Kongressthemen u.a. um  neue Therapien beim Morbus Dupuytren, innovative Methoden der Nervenrekonstruktion bei Handverletzungen sowie um Probleme bei Brandverletzungen der kindlichen Hand. Die Behandlung der Radiusfraktur, deren Häufigkeit  vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung zunehmen wird, steht ebenfalls auf der Agenda.  Daneben gibt es noch einen besonderen Höhepunkt.

Frauen profitieren von TAVI stärker als Männer

Eine aktuelle Studie aus dem Herzzentrum der Segeberger Kliniken Gruppe zeigt, dass Frauen bei kathetergestützten Aortenklappen-Implantationen (TAVI, transcatheter aortic valve implantation) einen größeren Überlebensvorteil haben als Männer. Die Ergebnisse wurden jüngst auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München präsentiert. „Wenn sich unsere Ergebnisse in größerer Serie bestätigen lassen, wäre die TAVI die erste kardiale Intervention, von der Frauen in besonderem Maße profitieren“, sagte Dr. Mohamed Abdel-Wahab, Oberarzt im Herzzentrum und maßgeblich an der Studie beteiligt.

Resorbierbarer Stent in Kiel eingesetzt

Die Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie und Angiologie, Direktor Prof. Norbert Frey) am Campus Kiel des UKSH hat nach eigenen Angaben erstmals in Schleswig-Holstein einem Patienten eine selbstauflösende Gefäßstütze – einen sogenannten resorbierbarer Stent – in ein Herzkranzgefäß eingepflanzt. Bei dem neuartigen Verfahren werden Stents verwendet, die aus biologisch abbaubaren Materialien bestehen und sich innerhalb von zwei Jahren vollständig auflösen.

Bestimmt das molekulare Alter den Therapieerfolg?

Kieler Wissenschaftlern ist der Nachweis gelungen, dass sich die molekularen Eigenschaften von Tumorzellen bei Lymphdrüsenkrebs mit dem Alter der des Patienten verändern. Ein interdisziplinärer Verbund von Wissenschaftlern um Prof. Wolfram Klapper, Leiter der Sektion für Hämatopathologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, und Professor an der Medizinischen Fakultät der Christian Albrechts-Universität (CAU), und Prof. Reiner Siebert, Direktor des Instituts für Humangenetik des UKSH und der CAU, hat dies herausgefunden. Jetzt streben die Wissenschaftler einen Test an, der die Auswahl einer an die molekularen Eigenschaften der Erkrankung angepasste  Therapie ermöglicht – unabhängig vom Alter des Patienten.

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